Einen Lebenshof leiten
- Nele
- 29. Aug. 2018
- 3 Min. Lesezeit
Was bedeutet das?
Es ist eine mega Verantwortung...
Man arbeitet jeden Tag viel körperlich, muss jeden Tag voll Aufnahmefähig für das Befinden der tierischen Mitbewohner sein. Kurz, körperliche und geistige Fitness sind unabdingbar. Jeder Bewohner hat seine Individuellen Bedürfnisse und Wünsche auf die man gerne eingeht aber es kostet auch Zeit. Körper-, Huf-, Klauen- und Nagelpflege gehört natürlich auch dazu, ebenso wie Unterhaltung und Streicheleinheiten. Für jede Tierart brauchst du einen spezialisierten Tierarzt in der Umgebung. Man benötigt Erfahrung in der Futtermittelwahl, muss diese beschaffen und alles über Giftpflanzen wissen. Es gibt oft Menschen die unsere Mitbewohner füttern, sagt man freundlich etwas dagegen, wird man nicht selten böse angeschaut.
Man muss ab und an Anfragen bezüglich neuer Mitbewohner ablehnen, man muss auch „NEIN“ sagen können.
Es wird schwieriger zu planen, es gibt viele unvorhergesehene Ereignisse, zum Beispiel bei den Themen Instandhaltung, Baumaßnahmen, Wetter, Krankheit.
Die Vereinsgründung gestaltet sich schwierig. Als zukünftiger Vorstand unseres Vereins kann ich privat haften und muss mich so im Vereinsrecht komplett auskennen. Und Vereinsrecht ist echt übel :D. Die Vereinspflege muss vorschriftsgemäß ausgeführt werden. Schutzvorschriften auf dem Vereinsgelände müssen eingehalten werden. Es gibt viel Büroarbeit, die Auflagen von Finanz-, Veterinär- und Bauamt sind heftig und vor allem undurchsichtig. Schafe z. B. müssen beim Landratsamt, beim Landeskontrollverband und bei der Tierseuchenkasse registriert werden, es müssen Ohrmarken bestellt werden und man muss die Tiere dementsprechend verstümmeln und mit den Verletzung gefährdenden Marken versehen, natürlich alles gegen entsprechende Endgelder. Pässe für 2 Esel kommen 170 Euro exklusive TA Kosten. Man wird vom Amt überwacht und besucht, es wird kontrolliert ob man alle Auflagen erfüllt. Geld hat man grundsätzlich nie, alles fließt in die Tiere und den Hof.
Eine Internetpräsenz muss aufgebaut und gepflegt werden, d. h. Texte Formulieren (ich brauche dafür ewig), Fotos und Videos machen und entsprechend auswählen, hochladen, ordnen. Mambasia's Internetseite braucht wohl noch ein Weilchen...
Man hat wenig Zeit für sich, meistens laufe ich hier rum wie ein explodierter Handfeger :D, so wie auf dem Foto halt. In meiner damaligen Vorstellung bin ich immer top gestylt über meinen Hof gelaufen, ich wollte das It-Girl der Gnadenhöfe werden, das habe ich mir ganz schnell abgeschminkt, im wahrsten Sinne des Wortes :D. Früher habe ich mir jeden Tag viele Gedanken um mein Outfit und Style gemacht, zwar habe ich immer schnelle Wege gesucht und meine Zeit nicht stundenlang im Bad verbracht, sondern mich auf dem Arbeitsweg, in der Bahn geschminkt und Haare gemacht, dennoch war es ein wichtiger Teil meines Tagesablaufs. Dafür ist hier gar keine Zeit. Hier stecken meine Sachen teilweise noch in Kisten, meine Lieblingsklamotten sind zum großen Teil kaputt oder so dreckig, dass es nicht mehr raus zu waschen geht. Man macht sich auf einem Hof mit Tieren immer schmutzig, die Wohnung schmutzt schneller ein. Ich setze mittlerweile auch lieber auf mein inneres Leuchten als auf meine Äußerlichkeiten und das ist auch gut so!
Vor allem aber darf man sich, bei all dem, selbst nicht vergessen, damit man das alles hinbekommt. Ich achte sehr auf energetische Hygiene auf dem Hof, auf Gedankenhygiene, beschäftige mich in diesem Sinne mit Quantenphysik, Herz- und Gehirnenergie. Ich bemühe mich regelmäßig Yoga zu machen und zu meditieren. Beim Entspannen nach dem Yoga, nehme ich mir Zeit für Dankbarkeit und um meine Wünsche zu äußern, die mittlerweile alle altruistischer Natur sind. Im Endeffekt ist es doch egoistisch, denn ich möchte nur, dass es allen um mich gut geht, damit es mir selbst gut geht.
Es bedeutet außer all dem auch, dass man jeden Tag in der Natur ist und von Tieren umgeben <3. Es bedeutet die Freude für andere da zu sein. Selbstbestimmt zu leben. Es ist eine schöne Verantwortung...Es ist Wachstum...Es ist mein Seelenplan und ich habe wahnsinniges Glück mit meiner Familie und meinen Freunden, die mich immer wieder so sehr unterstützen, vor allem seelisch. Dafür muss ich mich an dieser Stelle nochmals aus tiefstem Herzen bedanken: Phoebe Marker, Heide Marker, Friedrich Marker, Nicole Rauhut, Hanna Senst, Michael Marker, Henry Streckenbach, Jan Hufenbach und Arielle Kohlschmidt, Karsten Tschiersch, mein Darling Steffen Kulke, Ines Marker, Ingrid und Günter Kurzawe...DANKE! ohne euch wäre das hier alles nicht möglich.

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